Freitag, 28.8.
Die Wetterprognose für das Wochenende ist eindeutig und zwingt uns dazu, von unserer Route abzuweichen bzw. 2-3 Etappen zu überspringen. Die nächsten zwei Etappen wären Hochtouren im Gebirge mit eventueller Schneefeldquerung gewesen. Am spätem Nachmittag soll es anfangen zu regnen und es soll zunehmend starken Dauerregen geben, der das Wochenende über anhält. In höheren Lagen kann es auch durchaus zu Schneefall kommen. Diese Prognose haben wir nun aus verschiedensten Quellen erhalten und es scheint wohl im Sinne der Sicherheit unumgänglich, eine Pause einzulegen und auf besseres Wetter zu warten.
Plan B sieht nun vor, dass wir nach Vaduz in Liechtenstein absteigen und von da aus mit den Öffis nach Küblis in der Schweiz fahren, wo wir den Regen übers Wochenende in einer Unterkunft aussitzen. Von Küblis aus könnten wir dann am Sonntag in kurzer Zeit zum nächsten Einstieg in St.Antönien fahren und übers Antönier Joch nach Gargellen in Österreich gelangen. Ob der Regen bis Sonntag weniger geworden ist, wird sich zeigen.
Unsere Etappe besteht somit heute „lediglich“ aus einem 1000m-Abstieg nach Vaduz und 13km Strecke. Unterwegs grüßt man sich inzwischen nicht mehr mit „Servus“, sondern mit „hoi“, was soviel wie „hallo“ oder „schön, dich zu sehen“ heißt. In Vaduz kommen wir direkt am Schloss an, welches seit 1938 Sitz der fürstlichen Familie ist und daher leider nicht besichtigt werden kann. Aktuelles Staatsoberhaupt von Liechtenstein ist übrigens Fürst Hans-Adam II., der die Regierungsgeschäfte im Jahr 2004 jedoch an Erbprinz Alois abgegeben hat. Aber auch von außen ist es schön anzusehen und thront über der Stadt Vaduz, dem Hauptort von Liechtenstein.
Vorbei am Schloss und weiter abwärts gelangen wir in die Hauptpromenade von Vaduz, wo alle Menschen schick angezogen an uns vorbei flanieren. Wir passen mit unseren Wandersachen und bepackt mit Rucksäcken nicht so recht ins Bild. Der Stadtlärm ist zunächst gewöhnungsbedürftig nach den ruhigen Bergtagen. Wir nehmen daher den schnellsten Weg zur Bushaltestelle und schießen im Vorbeigehen noch das Eine oder Andere Foto.
Unser Bus bringt uns nach Sargans, von wo aus es mit dem Zug weiter nach Landquart und schließlich nach Küblis geht. Im dortigen Hotel gibt es – zum Glück – auch wieder einen Saunabereich, wir sind also gerüstet für kalte Regentage.
Gegen Abend setzt dann wie erwartet der Regen ein und es sieht ganz danach aus, als wolle er eine Weile bleiben








