Freitag, 28.6.
Das Frühstück in der Pension lasse ich mir nicht entgehen, gleich danach starte ich aber durch, um der größten Hitze des Tages zu entgehen. Die heutige Tagesetappe führt zu den Drei Zinnen und ich freue mich, diese berühmten Gipfel endlich einmal live zu sehen und nicht immer nur vom Foto, das mich vom Dosenbier aus anlacht.
„Die Natur hat sich in Design, Farbgebung und Formation der Dolomitengipfel künstlerisch ausgetobt und war auch nicht kleinlich, was die Größe des Bergmassivs angeht.“
So habe ich es gestern im „Dolomites Magazine“ gelesen und spätestens als ich die Drei Zinnen erreiche, kann ich dies bestätigen. Die Kulisse ist schon gigantisch und einzigartig. Das wissen natürlich auch die Menschenmassen, die mich oben erwarten.
Überall wimmelt es von Leuten, die für Fotos posieren und sich laut unterhalten oder herumschreien. Nicht meine Art, die Berge zu genießen, daher setze ich meinen Weg fort (das obligatorische Bild mit mir vor den Drei Zinnen darf natürlich trotzdem nicht fehlen).
Ich wollte eigentlich noch den Rundweg um die Drei Gipfel gehen, allerdings reißt der Menschenstrom nicht ab, sodass ich mir eine Alternativroute suche in der Hoffnung, heute Abend einen ruhigen Schlafplatz zu finden. Es ist erstaunlich, wie verlassen die Gegend auf einmal ist, sobald ich einen Seitenweg einschlage.
Letztendlich laufe ich mehr, als ich heute eigentlich wollte und mein Tag endet mit einem ewig dauernden Anstieg auf den Monte Piano. Der Aufstieg hat sich jedoch gelohnt: oben befindet sich ein riesiges, mit Gras bewachsenes Hochplateau und gegen 18Uhr ist kein Mensch mehr auf dem Gipfel.
Ich richte meinen Schlafplatz im Freien ein und habe von hier aus eine gute Sicht auf die Drei Zinnen sowie etliche andere Bergmassive. Ich genieße den Sonnenuntergang und verkrieche mich danach in meinen gemütlichen Schlafsack.
In der Nacht wache ich noch mal auf und bin begeistert von dem sternenklaren Nachthimmel. Fasziniert starre ich in die Sterne und brauche ewig, bevor ich wieder einschlafen kann.





