“Auf Wiedersehen“

Mittwoch, 26.6.

Nach einer sehr entschleunigenden Zeit am Obstansersee führt mich mein Weg heute zur Sillianer Hütte, der letzten Station vom Karnischen Höhenweg. Je näher ich der Hütte komme, umso mehr Wanderer und Tagesausflügler begegnen mir. Auch einige, die nur in Flip-Flops oder Sandalen unterwegs sind. Es muss ganz eindeutig eine Seilbahnstation in der Nähe sein, welche die Leute bequem auf den Gipfel bringt.

Die Sillianer Hütte ist leider noch geschlossen aufgrund von Umbauarbeiten. Dementsprechend laut und unbequem ist es dort auch. Ich hatte von anderen Wanderern schon so was in der Art gehört, habe jedoch gehofft, es doch anders vorzufinden. Da dies leider nicht der Fall ist, entscheide ich mich spontan, doch schon heute ins Tal nach Sexten abzusteigen. Die Sonne knallt auch heute wieder und begleitet mich beim Abstieg.

In Sexten angekommen überlege ich, was ich nun in welcher Reihenfolge erledige bzw. was am Dringendsten ist. Ich entscheide mich für: einkaufen, essen, trinken, Pension finden, duschen und entspannen.

Auf dem Weg in den Supermarkt kommen mir dann Alex und Jean entgegen – Supermärkte haben irgendwie eine magische Anziehungskraft auf Wanderer 😋.

Die Beiden haben einen Pausentag in Sexten eingelegt und laufen wie zwei entspannte Urlauber durch die Gegend. Was für ein schönes Wiedersehen! Wir verabreden uns für ein letztes gemeinsames Abendessen im Restaurant. Morgen gehen dann auch Jean und Alex getrennte Wege, da Jean weiterhin dem roten Weg folgt und Alex auf den gelben Weg der Via Alpina wechseln will, der weiter südlich und noch länger durch Südtirol verläuft.

Nach meinem Einkauf setze ich mich in den Schatten, trinke entspannt mein gekühltes Dosenradler und esse einen Salat (endlich wieder Vitamine..).

Anschließend begebe ich mich zur Touristinformation und erkundige mich nach einer Unterkunft. Mit der ausgedruckten Liste kann ich schließlich vom Tresen aus in den Unterkünften anrufen. Gleich bei der ersten Pension habe ich Glück und die Frau bietet mir ein Einzelzimmer für 35€ an. Sexten ist an sich sehr teuer, von daher ist gegen den Preis nichts einzuwenden. Als sie hört, dass ich zu Fuß unterwegs bin, schickt sie sofort ihren Mann mit dem Auto los, um mich von der Touristinfo abzuholen. Was für ein Luxus!

Ich freue mich über ein Einzelzimmer mit Dusche, Fernseher (werde ich wahrscheinlich nicht brauchen) und dem inkludierten Frühstück am nächsten Morgen. Als ich später feststelle, dass ich noch 4 Tage zu überbrücken habe, bis Martin anreist und mich begleitet, beschließe ich, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Ein Pausentag kann nicht schaden und mein Körper verlangt wieder mal danach.

Den Abend genieße ich dann mit Alex und Jean in einer Pizzeria und ich gönne mir mal richtig, wer weiß, wann es das nächste Essen gibt 😉.

Der Apfelstrudel mit Vanillesoße zum Nachtisch füllt auch die letzten Lücken im Bauch und ich fühle mich rundum wohl. Mit Alex und Jean tausche ich mich über die letzten Tage aus und über das, was die kommenden Tage/Wochen bei jedem geplant ist.

Am Ende des Abends heißt es dann Abschied nehmen. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen, man weiß ja nie!

Auf der Filmoor-Hütte wird schon ordentlich getankt
In Sexten plane ich meine nächsten Tage

Veröffentlicht von Alpen-Schorsch

Ich habe mir dieses Jahr den Traum einer Alpenüberquerung erfüllt. Mein Weg führte mich von Trieste nach Oberstdorf, es handelt sich um den Ostbogen der Via Alpina (roter Weg). Insgesamt war meine Tour in ca. 51 Etappen eingeteilt, mit Puffer und Pausentagen habe ich in etwa zwei Monate eingeplant. Geschlafen wurde auf Hütten, in Pensionen und sofern es das Wetter zuließ, gerne so oft wie möglich unter freiem Himmel. Für weitere Infos zur Tour könnt ihr gerne mal auf der offiziellen Website vorbeischauen: http://www.via-alpina.org/de/page/237/der-rote-weg In einem meiner ersten Beiträge findet ihr zudem eine Übersichtskarte der Alpen, in welcher der rote Weg eingezeichnet ist. Bei weiteren Fragen gerne per Mail melden: georgloesel@gmx.de

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  1. Avatar von Unbekannt

1 Comment

  1. Voll nett, dass du die beiden Schweizer wieder getroffen hast! Weitwandern hat viele Parallelen mit dem Leben – auch dass man sich immer mindestens 2 mal trifft 😉
    Guten Weiterweg, Georg!

    Gefällt 1 Person

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